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KRONPLATZ – KEIN PLATZ FÜR DEMOKRATIE


Im Bildmittelpunkt der letzte Steilhang der geplanten Piste.

Die Südtiroler Grünen fordern, dass mit dem Baubeginn bis zum Referendum in Bruneck gewartet wird

 

Der Gemeinderat von Bruneck hat sich gestern Abend mit knapper Mehrheit für eine neue Skipiste und eine neue Aufstiegsanlage am Kronplatz ausgesprochen.  Die Mehrheit ist zu schmal, um eine wirkliche Legitimation für ein so weit reichendes Projekt darzustellen. Zur Erinnerung: Bei einer selbstverwalteten Volksbefragung, an der rund 44% der Reischacher teilnahmen, haben 92% der Teilnehmer gegen jeden Bau von neuen Pisten und Aufstiegsanlagen am Nord-Ost Hang des Kronplatzes gestimmt und somit ein klares NEIN zum Projekt Ried gesagt.

 

Am 10.  März 2009 hat die „Aktionsgemeinschaft Reischach - für eine lebensWERTE Zukunft“ 6.893 Unterschriften gegen das Projekt Ried an Landeshauptmann Luis Durnwalder und Bürgermeister Christian Tschurtschenthaler offiziell überreicht. Eine offiziell gültige Volksbefragung auf Gemeindeebene darf aber erst ab Spätherbst 2010 nach Ablauf von fragwürdigen Sperrfristen stattfinden.

Die Lobby von Politik und Wirtschaft fürchtet aber die Entscheidung des Volkes und setzt Fakten:
• Die Landesregierung hat die Piste unter Missachtung gesetzlicher Bestimmungen bereits in den Skipistenplan eingetragen.
• Im Brunecker Gemeinderat haben bei der gestrigen Ratssitzung die meisten SVP-Gemeinderäte als Nothelfer der Kronplatz-AG nachgezogen und der Landesregierung zugestimmt.  Die in knapp einem Jahr stattfindende Volksabstimmung wird somit zur Farce, denn die Kronplatz AG wird spätestens im Frühjahr 2010 mit den Bauarbeiten starten und die Volksabstimmung vor vollendete Tatsachen stellen.

 

Zur Durchsetzung des Großprojekts dienen die Argumente ‚Arbeitsplätze’ und ‚Wirtschaftswachstum’. Zudem wird mit der Parole „Sanfte Mobilität“ der Bahnhof Percha als Lockvogel genutzt, um die Erschließung der Nord-Ost-Flanke über Ried zu rechtfertigen.

• Dagegen wird die sinnvolle Anbindung der bestehenden Aufstiegsanlagen am Kronplatz mit dem Bahnhof Bruneck durch öffentliche Verkehrsmittel hintertrieben. Das Übermaß touristischer Erschließung am Kronplatz wird nicht zur Kenntnis genommen und der Verkehrsinfarkt im Pustertal an Winterwochenenden weiter angeheizt.
• Hingegen wird mit Ried-Walchhorn der letzte Flecken einer unberührten Kulturlandschaft am Nordosthang des Kronplatzes geopfert. Skipisten sollen bis auf 900 m Seehöhe ins Tal führen, obwohl alle Klimaexperten von Skipisten in den Alpen unterhalb von 1600 m abraten.
• Die aktuelle Wirtschaftskrise wird von den Verursachern der Krise missbraucht, um die Spirale sinnlosen Wachstums weiterzutreiben. Es ist eine kulturelle Bankrotterklärung, wenn die wahren Anliegen des Menschen und der Natur übergangen werden.

 

Die Grünen Verdi Vërc fordern, dass mit dem Baubeginn so lange gewartet wird, bis das bereits bewilligte Referendum in der Gemeinde Bruneck durchgeführt worden ist.  Bei einem so knappen Votum im Gemeinderat sollten Bürgerinnen und Bürger das letzte Wort haben.

 

Bozen, 05.11.09

 

Sepp Kusstatscher und Brigitte Foppa
Co-Landesvorstizende der Grünen Verdi Vërc


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