GEGEN GEWALT AN FRAUEN UND GEGEN SÜNDENBOCKAKTIONEN
Als Grüne Frauen und Männer sprechen wir uns seit jeher klar gegen Gewalt an Frauen aus. Seit Jahrzehnten wird dieses Thema in Italien und wohl auch in Südtirol verharmlost und oft sogar als Kavaliersdelikt abgetan. In öffentlichen Gesprächen muss man/frau immer noch mitanhören, dass Frauen sexuelle Übergriffe selbst provozieren bzw. insgeheim gar wünschen.
Diese Verharmlosung hat es schließlich auch möglich gemacht, dass auch in Südtirol Gewalt an Frauen massiv vorkommt. Die derzeitige Empörung bei Gewaltdelikten, die von Ausländern ausgeübt werden, ist für uns Grüne in dieser Form nicht nachvollziehbar.
Es handelt sich dabei nur am Rande um ein Migrationsproblem, sondern vordergründig um ein Geschlechterproblem. Wir erinnern daran, dass 67 % der Gewalt an Frauen vom Partner ausgeübt wird und dieser in den meisten Fällen Einheimischer ist.
Was es braucht, sind nicht Sündenbockaktionen, vereinfachte Schuldzuweisungen und Verschärfung von Maßnahmen gegen illegale Einwanderung, sondern Geschlossenheit im Verurteilen jeglicher Gewalt und gegen Frauen.
Bürgerwehren, wie von der Lega Nord propagiert, lenken vom Problem ebenso ab wie Kastrationsvorhaben und andere demagogische Aktionen.
Wir laden deshalb alle Männer ein, sich von Gewalt an Frauen und von jeglichem Sexismus, selbst in der kleinsten Ausprägung, zu distanzieren und hier klare Zeichen für eine Mentalitätsänderung zu setzen.
Außerdem fordern wir die Medien auf, eine korrekte Berichterstattung zu leisten, sowohl was die Gewalt an Frauen betrifft, als auch was die Beteiligung von Ausländern an Gewaltdelikten angeht.
Bozen, am 18.02.2008
Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher Co-LandessprecherInnen der Günen-Verdi-Vërc
Mitunterzeichnerinnen:
Gerda Gius und Ana Agolli/Grüne Frauen
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