DURNWALDER BEMERKT PLÖTZLICH MANGELNDE MEHRSPRACHIGKEIT
Mit Verwunderung nehmen wir Grüne die Aussagen Durnwalders zur mangelnden Zweisprachigkeit zur Kenntnis. In Brüssel hat er festgestellt, dass es auch mehrsprachige Schulmodelle gäbe, die besser geeignet wären, die Mehrsprachigkeit zu fördern. Diese Erkenntnis kommt sehr spät und wirkt mehr als komisch. Hat doch die SVP seit Jahrzehnten eine aktive Trennungspolitik vorangetrieben.
So wurden auch noch vor den Europawahlen die Forderungen nach einer zweisprachigen Schule auf demagogische Weise verächtlich als "Vermischungsversuche" abgetan. "Diese Aussagen ähneln Krokodilstränen, die der Landeshauptmann nun vergießt", sagen die Grünen Landesvorsitzenden Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher. "In Südtirol fehlt es nicht an Zweisprachigkeit, sondern an Gelegenheiten, Lebenswelten zu teilen. Und zwar von klein auf. Südtirols Kindern, noch bevor sie in der Schule Deutsch oder Italienisch lernen, wird eingetrichtert, dass es getrennte Welten gibt, getrennte Schulen, getrennte Pausenzeiten. Da nutzt es wenig, wenn man im Sommer mit Sprachaustausch das grundlegende Problem der Trennung zu mildern versucht".
Die Grünen fordern den Landeshauptmann auf, endlich dem Wunsch der Bevölkerung nachzugeben und zusätzliche Modelle der zweisprachigen Schule erarbeiten zu lassen, bzw. das Grüne Modell der zweisprachigen Schule in Betracht zu ziehen, nachdem er nun selber den Bedarf einer solchen implizit zugegeben hat!
Bozen, 23.06.2009
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