DOLOMITEN – WELTNATURERBE DER UNESCO. 26.06.09
Ein Auftrag für Südtirol!
Natürlich freuen sich alle Naturfreunde darüber, wenn heute in Sevilla Teile unserer herrlichen Dolomiten in den Rang eines Weltnaturerbes der Unesco aufsteigen. Wir Grüne, die wir den Natur- und Umweltschutz als oberstes Ziel auf unsere Fahnen geschrieben haben, sehen darin nicht nur eine Auszeichnung für eine einmaligen Landschaft, sondern vor allem auch Verpflichtung und Verantwortung für das Gesamte.
Wir befürchten nicht um den Bestand des Langkofels und der Drei Zinnen. Diese gewaltigen Felsen aus Dolomitgestein ragen unverändert in den Himmel, unabhängig ob sie als Naturerbe eingestuft sind oder nicht. In Gefahr sind vielfach die Fauna und Flora rund herum, einmalige Natur- und Kulturlandschaften, und zwar vor allem durch aggressive und bauwütige Tourismustreibende, durch den wachsendem Verkehr und wegen der immer größeren Menschenmassen sowie durch eine nicht nachhaltige Landwirtschaft mit einer immer intensiveren Nutzung und Überdüngung der Böden.
Die Seiseralm, wenn auch nicht Teil des geplanten Weltnaturerbe-Gebietes im engeren Sinne, ist ein Beispiel, dass für die politisch Verantwortlichen und für viele Grundbesitzer die kurz- und mittelfristige Gewinnmaximierung wichtiger ist als der Erhalt der einer geerbten Kulturlandschaft. Die jahrzehntelangen Verzögerungen beim Ausweisen des Naturparkes Sarntaler Alpen und die Widerstände gegen ein Natura-2000-Gebiet auf der Villanderer Alm beweisen, dass diejenigen, die sich für die Unterschutzstellung der Dolomiten als Weltnaturerbe stark machen, nicht wirkliche Natur- und Umweltschützer sind. Sie brauchen vielfach nur werbewirksame Aushängeschilder im Einklang mit dem Geldbeutel der Geschäftemacher. Und dafür eignen sich die Dolomiten bestens.
Wir Grüne hoffen, dass das World Heritage Commitee heute in Sevilla das Gesuch um die besondere Unterschutzstellung der Dolomiten befürwortet. Aber noch mehr hoffen wir, dass damit eine Gesinnungsänderung zum Erhalt unserer schönen Natur- und Kulturlandschaften eingeleitet wird.
Bozen, 26.06.09
Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher Co-Vorsitzende der Grünen Verdi Vërc
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