DURNWALDER UND DER KINDERWAGEN
Pressemitteilung der Grünen Frauen
Landeshauptmann Durnwalder und seine Partnerin Angelika Pircher haben gestern ihre kleine Tochter Greta der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der 'jungen' Familie ist zwar Glück zu wünschen, keinesfalls aber ist Landeshauptmann Durnwalder zu seinen Aussagen zu gratulieren: Wenn er selbstsicher verkündet, die Tochter werde seinen Alltag nicht verändern, da er eine 'tolle Frau' habe, die sich um die Familie kümmert, so lässt dies staunen.
Ebenso die weiteren Aussagen zum neuen Status: Er wird sich „ein bisschen Zeit“ nehmen für die Familie? Unser Landes-Vater scheint noch nicht zu wissen, dass Kinder keine Neben- und Freizeitbeschäftigung darstellen, sondern ein Lebensauftrag für Mutter und Vater sind! Er wird keine Windeln wechseln? Er ist für die Ausfahrt mit Kinderwagen zu altvaterisch und ungeschickt? Welch selbstzufriedener Brustton eines unverbesserlichen "Macho" alter Prägung!
Aber nicht nur: Denn Durnwalders Worte sind nicht eine vereinzelte Privatmeinung. Vielmehr bestärken die Aussagen des obersten Landes-Mannsbilds alle jene Männer, die an einem traditionellen Familien- und Männerbild festhalten: Der Mann bei der Arbeit, die Frau im Haus, keine Rede von gelebter und gerechter Partnerschaft. Landeshauptmann Durnwalder hat - trotz aller mildernden Umstände und der Euphorie, die man einem frischgebackenen Vater zubilligt - einer zeitgemäßen Frauen- und Familienpolitik einen denkbar schlechten Dienst erwiesen.
Das Frauen- und Familienbild, das er verkörpert und verkündet, ist nicht zukunftsweisend, sondern wurzelt tief in der Vergangenheit und gehört in die Mottenkiste.
Herr Durnwalder, auch Sie sind imstande einen Kinderwagen zu lenken! Davon sind wir überzeugt!
Bozen, am 05.08.2009
Brigitte Foppa, Co-Landesvorsitzende Verdi-Grüne-Verc Gerda Gius und Ana Agolli, Grüne Frauen |