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KRUZIFIX-POLEMIK: ERINNERUNG AN DEN LAIENSTAAT

Die Grünen erinnern daran, dass Italien ein Laienstaat Staat ist und fordern zu mehr Sensibilität im Umgang mit verschiedenen Religionen auf.

 

Nach dem Urteil des EU-Gerichtshofes gehen in Italien und auch in Südtirol die Wellen hoch und alle übertreffen sich in Empörung und wohl auch in Schein-Heiligkeiten.

 

Wir Grünen fordern zu einem sachlichen Umgang mit diesem Thema auf. Wir erinnern vor allem daran, dass Italien spätestens seit dem Urteil des Verfassungsgerichtshofes Nr. 203 vom 12. April 1989 ein Laienstaat ist und dass seit dem Konkordat von 1984 alle Religionen in diesem Land die gleiche Wertung haben.

 

In diesem Sinne finden wir das EU-Urteil kohärent, auch weil wir immer mehr eine Gesellschaft der Vielfalt sind (ob wir es wollen oder nicht!) und somit verschiedene Bedürfnisse und Weltanschauungen, auch im religiösen Sinne, aufeinander stoßen.


Wir befürworten durchaus, dass in den Schulklassen das  Kreuz als christliches Symbol hängt, wir fordern aber gleichzeitig, dass auch die Sensibilität geschult wird, ebenso anderen Religionen, sofern vertreten, und deren Symbolik Platz zu geben.

 

Der Glaube ist eine der intimsten Angelegenheiten des Menschen und lebt, wenn schon im Herzen des und der Einzelnen und nicht an der Wand einer Schulklasse.

 

Das Christentum soll in erster Linie an den Taten der ChristInnen im Alltag erkannt werden, nicht bloß durch äußere Zeichen. Diejenigen, die jetzt am lautesten nach den Kruzifixen schreien, sollten gleich eifrig ihre christliche Solidarität den Ärmsten aller Armen, den Ausländern gegenüber, zu erkennen geben. Siehe Matthäus 25, 40!


Bozen, 04.11.2009

Brigitte Foppa und Sepp Kusstatscher
Co-Landesvorsitzende Verdi Grüne Vërc


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